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Rolle der Lehrpersonen wandelt sich: Vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter

Die Schullandschaft befindet sich im Wandel – Grund genug für den Kreis Höxter, darauf mit einem Vortrag über Lerncoaching zur Begabten- und Begabungsförderung zu reagieren.

Schullandschaft im Wandel

Die Schullandschaft befindet sich im Wandel – Grund genug für den Kreis Höxter, darauf mit einem Vortrag über Lerncoaching zur Begabten- und Begabungsförderung zu reagieren. Kreismitarbeiterin Sabine Giefers von der Abteilung Bildung und Integration freute sich, dass sie dazu den renommierten Experten Torsten Nicolaisen in der Aula der Gesamtschule Brakel begrüßen konnte. Einen besonderen Dank sprach sie Burkhard Sarrazin von der Vereinigten Volksbank Brakel aus, ohne deren Unterstützung die Veranstaltung nicht zu realisieren gewesen wäre.

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Lerncoaching hilft, die Leistungsfähigkeit zu optimieren. Sie wollen diese Methode deshalb auch im Kreis Höxter etablieren (von links): Rolf-Victor Siedenhans von der Bezirksregierung Detmold, Abteilungsleiter Dominic Gehle und Sabine Giefers vom Kreis Höxter, Referent Torsten Nicolaisen und Burkhard Sarrazin von der Vereinigten Volksbank Brakel. Foto: Kreis Höxter

„Angesichts eines hohen gesellschaftlichen Bildungsbedarfs entsteht die Frage, wie individuelle und organisationale Lernprozesse gestaltet werden“, machte Rolf-Victor Siedenhans, schulfachlicher Dezernent der Bezirksregierung Detmold, bei seiner Begrüßung deutlich. Dies gelte für alle Schulen bis hin zum Gymnasium, für die Berufsschulen sowie für die Begleitung im Übergang Schule – Beruf. „Es muss uns gelingen, das Thema Begabtenförderung in die Schulen zu tragen“, so Siedenhans, der daran erinnerte, dass die Initiative dazu bei der letzten Bildungskonferenz im Kreis Höxter von Eltern und Lehrern eingebracht worden sei.

"Vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter"

„Die Rolle von Lehrpersonen wandelt sich. Sie werden vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter.“ Torsten Nicolaisen aus Kiel weiß, wovon er spricht. Der Autor verschiedener Fachbücher begleitet seit über 20 Jahren als Coach und als Organisationsberater Einzelpersonen, Teams und Organisationen in ihren Veränderungsprozessen. Dabei geht er stets davon aus, dass Unzufriedenheiten, Krisen und andere Widrigkeiten immer eine Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung geben. „Das Leben lädt uns zum Lernen ein“, sagt er. „Umso besser, wenn wir mit dem Coaching einen erprobten Weg kennen, um auch denjenigen zu helfen, die noch nach der richtigen Lernmethode suchen.“

Beim Coaching werde vornehmlich auf der Prozessebene gearbeitet, erläuterte Nicolaisen. Statt Ratschläge auf fachlicher Ebene zu geben, nehme der Coach Dynamiken und Elemente in den Blick, welche die Situation oder das aktuelle Erleben des Schülers beeinflussen. „Eine Arbeit auf der Prozessebene bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Coach keinerlei Lösungen vorgibt. Vielmehr agiert er als Spiegel und konstruktiver Dialogpartner für sein Gegenüber.“ Es gehe immer darum, das Potenzial eines Menschen zu erschließen, sodass er seine Leistungsfähigkeit optimieren könne.

„Die Lösung liegt im Lernenden!“ Mit dieser zunächst ungewöhnliche Grundsatz rücke laut Nicolaisen das innere Erleben der Lernenden in den Fokus. Dadurch würden die unbewussten Aspekte des Lernens in den Prozess integriert. „So kann im Dialog mit dem Lernenden sein individueller Bedarf präzise ermittelt werden. Systemische Vorgehensweisen werden mit Aspekten der Lern- und Motivationspsychologie verbunden“, erläuterte er. Ursprünglich stamme der Begriff aus dem Sportkontext. Dort habe der Coach die Funktion, Individuen oder Teams in ihrer Leistungsfähigkeit optimierend zu unterstützen. Über das Angebot für Leistungsträger im Management fand der Coachingansatz zuletzt auch in sozialpsychologischen Arbeitsfeldern zunehmende Anwendung.


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