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Sprachentwicklung im Alltag fördern: Spielerischer Ansatz statt gezielter Übung

Um ihr Wissen über die spielerische Sprachentwicklung bei Kindern zu erweitern, hat der Kreis Höxter pädagogische Fachkräfte zu einer Fortbildung zum Heidelberger Interaktionstraining eingeladen. „In Bildungsbereichen wie Tagespflege, Kita, Schule oder Offenen Ganztagsschulen ist die Sprachförderung immer ein wichtiges Thema“, sagen Bernd Tönies und Manfred Fuchs als Sprachheilbeauftragte des Kreises Höxter.

„Das Heidelberger Interaktionstraining ist kein Sprachförderprogramm als solches“, erklärte Referentin Yvonne Ungerer. „Vielmehr geht es darum, Situationen im Alltag zu erkennen, die für eine individuelle Sprachförderung des Kindes genutzt werden können. Das setzt auch die Reflexion des eigenen sprachlichen Verhaltens voraus.“ Das Anschauen von Büchern oder das gemeinsame Spiel können unter anderem so gestaltet werden, dass sie nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern sich zusätzlich positiv auf die Sprachentwicklung der Kinder auswirken. Das Konzept zeichnet sich durch seine Integration in das kindliche Spielen aus, ohne dass eine explizite Übungssituation geschaffen wird.

Heidelberger_Interaktionstraining
Sarah Mönnekes (links) und Referentin Yvonne Ungerer begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur letzten Sitzung des Heidelberger Interaktionstrainings im Kreishaus in Höxter. Das Foto entstand vor der Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Foto: Kreis Höxter

Die Fachkräfte erhielten während der Fortbildung Grundlagenwissen zum Ablauf der frühen Sprachentwicklung, Verzögerungen und Störungen im Spracherwerb, Mehrsprachigkeit sowie Methoden der Früherkennung von Sprachauffälligkeiten. Darüber hinaus lernten sie, wie die Sprachentwicklung in den kindlichen Alltag mit eingebracht werden kann. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten zunächst das Basiswissen und gehen damit dann in die Praxis“, berichtet Sarah Mönnekes vom Kreis Höxter, Mitarbeiterin der Abteilung Bildung und Integration. In den folgenden Fortbildungsterminen berichteten sie dann von ihren Erfahrungen und konnten durch Supervisionen einzelne Situationen reflektieren. Damit konnten sich die Fachkräfte über den Fortbildungszeitraum von sechs Monaten gegenseitig weiterhelfen und sich gemeinsam auf die jeweils nächste Praxisphase vorbereiten.

„Durch das Heidelberger Interaktionstraining entwickeln die Pädagoginnen und Pädagogen langfristig eine Verhaltensweise, die es den Kindern leichter macht, ihre eigene Sprachentwicklung zu stärken“, zog Dominic Gehle, Leiter der Abteilung Bildung und Integration, ein positives Fazit.