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März macht müde Menschen Munter

Von Frühjahrsmüdigkeit keine Spur! Die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Kreis Höxter starten in den ersten Gesundheitsmonat unter dem Motto „Muntermacher März – mach mit“. Ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Aktionen konfrontiert und begleitet die Teilnehmer bei dem Thema Gesundheitsförderung.

Zur Auftaktveranstaltung begrüßte die stellvertretende Schulleiterin Christiane Menne die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Höxter (BKHX) und Brakel. Sie alle hatten sich zusammengefunden, um gemeinsam in den Munter-Macher-März  zu starten. »Es ist das erste Mal, dass ein ganzer Gesundheitsmonat stattfindet, dank der Initiative von Frau Voss und Frau Dr. Gohs«, erklärte Christiane Menne. Gesundheit – Das bedeute nicht nur weniger Süßigkeiten essen und Sport machen. Durch ein vielfältiges Programm mit Poetry-Slams, einer Gesundheitsschule, Vorträge über (Cyber-) Mobbing sowie die Verkehrsschule wird das Thema Gesundheit von ganz anderen Perspektiven betrachtet. »Wir sollten uns nicht nur fragen „Was macht uns krank?“, sondern „Was hält uns gesund?“. Und das sollten wir uns bewusst machen und leben«, betonte Christiane Menne. Die Highlights des Monats sind eine Unfallsimulation, ein Verkehrssicherheitstag mit Dr. Jörg Mertens, Jugendrichter im Amtsgericht Holzminden, sowie die Knochenmarkspende mit großer Typisierung.
 

Muntermacher_März
Sie haben die Veranstaltung im Berufskolleg organisiert (vorne von links): Hannelore Schulz-Schleifers (BKHX), Astrid Gödecke (BKHX), Gülseren Aybay (Arbeit und Integration Bad Pyrmont), Filiz Elüstü (Kommunales Integrationszentrum Kreis Höxter), Tanja Groddeck (BKHX), Christina Müller (BKHX), Christiane Schulz (BKHX), Marc-Alexander Gregor (BKHX); (hinten von links) Elif Bozkurt (Kommunales Integrationszentrum), Christiane Menne (Stellv. Schulleiterin BKHX), Jana Wilhelm (Mentorin für Flüchtlinge), Cemil Sahinöz (Bündnis Islamischer Gemeinden Bielefeld); Mohammad Teymori (geflüchtet aus dem Iran), Dr. Britta Gohs (BKHX).


Cemil Sahinöz, Journalist und Gründer des Vereins „WIR – Verein für Wissenschaft, Integration und Religion e.V.", startete den Gesundheitsmonat mit seinem Vortrag über kulturelle Vielfalt in der Klasse. »Unkenntnis führt zu Unsicherheit, Unsicherheit für zu Angst«, erklärte er den Schülerinnen und Schülern. »Der Mensch mag nicht, was er nicht kennt. Durch das Kennenlernen wird der Fremde zum Freund und zeigt wie ähnlich, wie gleich wir doch sind«. Cemil Sahinöz betrachtete das Thema Integration mit einer gewissen Leichtigkeit, die die Anwesenden beeindruckte. Er brach mit lebendigen Beispielen Vorurteile auf und beschrieb die Unterschiede in den Kulturen und Religionen. »Kultur ist Prozess und veränderbar, hat keine universalen Standards: Was bei uns normal ist, kann woanders unnormal sein«, so Sahinöz. Kultur und Religion seien allerdings zwei völlig unterschiedliche Sachen, die für einen Außenstehenden aber kaum zu unterscheiden seien. Er wünsche sich mehr Austausch unter den Menschen.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion standen Filiz Elüstü (kommunales Integrationszentrum Kreis Höxter), Jana Wilhelm (ehrenamtliche Mentorin für Flüchtlinge), Mohammad Teymori (geflüchtet aus dem Iran), Cemil Sahinöz (Journalist und Gründer des Vereins „WIR – Verein für Wissenschaft, Integration und Religion e.V.") und Gülseren Aybay (vom Verein „Arbeit und Integration“ Bad Pyrmont den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Diese zeigten besonders dem 21-jährigen Mohammad gegenüber ihr Interesse:

»Mohammad, wie lang bist Du schon in Deutschland? Was hast Du vorher gemacht, also Beruf oder Schule?«
Mohammad: »Ich bin seit 18 Monaten hier und habe in meiner Heimat studiert.«

»Und was machst Du jetzt den ganzen Tag so?«
Mohammad: »Ganz ehrlich? Ich esse, ich schlafe und manchmal chatte ich auf WhatsApp. Wir helfen uns selber und versuchen uns Deutsch beizubringen, aber bekommen nicht so viel Hilfe.«

»Was die Angekommenen brauchen ist eine Aufgabe, ein Ziel. Sie sind oft wochenlang ohne irgendeine Perspektive. Das muss ihnen gegeben werden«, betonte Cemil Sahinöz. Dieses Problem bestätigte auch Gülseren Aybay: »Der Anschluss zu anderen Jugendlichen fehlt. Dabei ist Begegnung das A & O. Es bringt niemanden etwas, wenn diese Menschen alleine in ihren Unterkünften sitzen. Es würde uns nicht schaden mehr über unseren Nachbarn zu erfahren.«

Es reiche oft schon miteinander ins Gespräch zu kommen, damit sich die Leute heimisch und angenommen fühlen. Filiz Elüstü ermutigte die Schülerinnen und Schüler mehr aufeinander zu zugehen: »Sie könnten gemeinsam etwas unternehmen und ihnen die neue Heimat zeigen.«  Auch Jana Wilhelm weiß, wie wichtig gemeinsame Begegnungen sind: »Ich kenne da einen Jungen, der sechzehn ist. Er geht von acht bis zwölf in die Schule, keiner spricht mit ihm, dann geht er nach Hause und ist wieder allein. Dieser Junge kam zu mir und meinte „Weißt Du, was ich mir wünsche? Einfach mal wieder mit Freunden raus und Fußball spielen.“ Und wenn das der einzige Wunsch ist, dann läuft etwas falsch. Je mehr Kontakt man zueinander hat, umso mehr merkt man erst, wie gleich man ist.«  Sich auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und die Unterschiede kennenzulernen, das mache Integration aus. »Es ist wichtig vorzuleben „Hey, es ist egal woher Du kommst oder was Du glaubst. Ich sehe dich ganz einfach als Mensch und das allein zählt. Den Menschen als Menschen sehen, nicht als Türke, Iraker oder Iraner, einfach als Mensch. Darum geht es«, meinte Gülseren Aybay zum Abschluss der anregenden Podiumsdiskussion.


Für Sie zuständig

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