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„Einmal Hans mit scharfer Soße“ - Integrationskomödie zum Auftakt des Kreisfamilienfestes

Mit einer Sondervorstellung des Kinofilms „Hans mit scharfer Soße“ fiel im Warburger Cineplex am Freitag, 29. Mai, der Startschuss für das diesjährige Kreisfamilienfest des Kreises Höxter.

In ihrem Kinofilm "Einmal Hans mit scharfer Soße" nach dem gleichnamigen autobiografischen Erfolgsroman von Hatice Akyün erzählt die Regisseurin Buket Alakuş mit viel Witz und Charme von den Eigenheiten des deutsch-türkischen Lebens hierzulande und spielt dabei lustvoll mit gängigen gegenseitigen Klischees.

Während Vater Ismael stolz seinen Mercedes durch Salzgitter kutschiert und Mutter Emine dazu drängt, zwischen Baklava und Börek ihre Deutschkenntnisse für den Einbürgerungstest aufzupolieren, hält er doch stur an einer alten anatolischen Tradition fest:  Zuerst muss die ältere Tochter Hatice unter der Haube sein, dann erst darf auch ihre jüngere Schwester Fatma heiraten. Doch Fatma ist schwanger und Hatice muss sich ihrer Schwester zuliebe mit der Männersuche beeilen. Wenn das so einfach wäre, denn ihre Vorstellungen sind klar - ein Türke darf es nicht sein, für sie kommt nur ein Deutscher in Frage. Dem aber doch bitte trotzdem nicht ganz das türkische Feuer fehlen sollte.

Die mehr 60 Kinoliebhaber genossen den Kinospaß sichtlich und verfolgten anschließend die von der Journalistin Kadriye Acar gekonnt moderiete Gesprächsrunde mit der Buchautorin Hatice Akyün.

Gleich auf die erste Frage, warum es fast zehn Jahre gedauert habe, bis ihr Bestseller verfilmt wurde, gab es eine umfassende Antwort:  "Vergegenwärtigen Sie sich mal, in welcher Zeit mein Buch 2005 erschienen ist. „Gegen die Wand“ von Fatih Akın hatte kurz zuvor den Goldenen Bären bei der Berlinale gewonnen. Es gab viele Bücher über unterdrückte türkische Frauen, es wurde über den sogenannten Ehrenmord an Hatun Sürücü in Berlin diskutiert. Alles Leidensgeschichten. Da kam ich mit meinem leichten Stoff, den ich mir nicht ausgedacht hatte. Alle runzelten die Stirn: Das kann doch jetzt gar nicht stimmen. Es musste erst eine gewisse Entwicklung stattfinden.“

Auch auf persönliche Fragen wie nach der Reaktion ihrer Familie auf diesen durch spürbar autobiographischen Film überraschte die Erfolgsautorin mit ganz offenen Antworten. „Meine Mutter hatte ein bisschen Angst, aber ich habe ihr gesagt „Mama, du bist großartig“. Meine Familie fühlt sich nicht von mir verkauft. Der Film ist eine Liebeserklärung an meine Familie“.

Am Schluss der Diskussion waren sich die Besucher, das Organisationsteam und die Autorin einig, einen außergewöhnlichen Kinoabend erlebt zu haben.


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